Osterhase, wo kommst du her?
4. April 2021

Osterhase, wo kommst du her?

Zu Ostern versteckt ein Hase die Eier im Garten, wurde uns als Kind erzählt. Aber warum eigentlich ein Hase, wenn er doch gar keine Eier legen kann?

Wieso gibt es nicht das „Osterhuhn“? Weshalb wurde nicht eine Kuh, ein Pferd oder ein Hund zum tierischen Ostermaskottchen ernannt?

Eine Geschichte besagt, dass der Osterhase das Ergebnis eines misslungenen Ostergebäcks war. Der Kuchen, der eigentlich in Form eines Lammes auf den Tisch kommen sollte, war so verformt, dass er aussah wie ein Hase. Das war dann so lustig, dass daraus ein Kultursymbol für die Osterzeit entstand.

Einer anderen Geschichte zufolge kommt der Osterhase aus dem Oströmischen Reich, wo der Hase als Symbol für Christus und die Auferstehung galt. Dazu fand man auf einigen frühen bemalten Ostereiern das sogenannte „Dreihasenbild“, ein Bild mit drei in Kreisform angeordneten Hasen. Experten vermuten, dass dies ein Symbol für die Dreifaltigkeit darstellen sollte. Dann gibt es noch die Mond-Theorie. Da Ostern immer auf den ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes fällt und der Hase als Mondtier gilt, könnte die Tradition auch daraus entstanden sein.

Andere wiederum sagen, dass der Osterhase einfach aus der Erklärungsnot der Erwachsenen heraus entstand. Die Protestanten wollten ihren Kindern den katholischen Brauch des Fastens nicht erklären müssen, da sie diesen sonderbar fanden. Deshalb erfanden sie kurzerhand den Osterhasen – ein mit Frühling verbundenes, flinkes Tier, das die Eier für die Kinder versteckte.

WAS KAM ZUERST, DER HASE ODER DAS EI?

Das traditionelle gefärbte Osterei gab es lange vor dem Osterhasen. Schon im alten Ägypten und in den antiken Gräbern der Sumerer fand man bemalte Eierschalen. Die frühen Christen bemalten ihre Eier rot, um das Blut Christi darzustellen, das er bei der Kreuzigung vergoss.

Dass die Eier später bunt eingefärbt wurden, hat rein praktische Gründe: Wegen der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern durfte man sechs Wochen lang weder Fleisch noch Eier essen. Dementsprechend mussten die übrig gebliebenen Eier durch Hartkochen haltbar gemacht werden. Damit sich die älteren von den jüngeren Eiern unterscheiden ließen, färbte man sie je nach Alter in verschiedenen Farben.

Wir wünschen euch allen frohe Ostern und einen braven Osterhasen!